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Highlife in Tüten: das Erdbeben-Update

Highlife in Tüten: das Erdbeben-Update

Heute war ein ruhigher Tag, wir hatten nur zwei Nachbeben, und die haben sich auch eher verhalten gezeigt, das heisst sie hatten nur die Stärke  3 auf der Richter-Skala. Ja, ihr versteht richtig, auch fast 5 Monate nach dem eigentlichen Erdbeben, das am 4 September 2010 mit der Stärke von 7,1 Christchurch und Teile der Region Canterbury erschüttert hat, bebt, schüttelt und rüttelt die Erde hier noch immer. Die Leute nehmen es mittlerweile gelassen und so ist jeder Christchurchler zum Erdbebenexperten geworden. Wenn es mal wieder bebt, wird gleich darauf die Tiefe und Stärke abgeschätzt und nach 10 Minuten wird dies auf der ‚Geonet‘ – Website überprüft. Detail-Liebhaber kopieren dann noch die Koordinaten in ‚Google Map‘ um genau zu sehen, wo das Epizentrum des Nachbebens war. Am 26.12.2010 hatten wir ein ziemlich starkes Nachbeben (4,9 auf der Richterskala) – Weihnachtsgeschenk von Mutter Erde – und auch am 20.01.2011 um 6 Uhr morgens (5,1 auf der Richterskala) hat es uns alle aus dem Bett geschüttelt. Ich nehme an, an diesem Tag war jeder pünktlich bei der Arbeit. Man wollte danach wirklich nicht mehr schlafen gehen.
Mittlerweile sind wir bei Nachbeben Nummer 4.500 angelangt. Einfach unglaublich, und das Schlimme ist, sie passieren nun nur noch alle 2-3 Tage, dann aber so richtig und man zuckt in sich zusammen, weil man es nicht erwartet. Die ersten 3 Monate nach dem Hauptbeben, hatten wir stündlich 2-3 Nachbeben, da war man irgendwie mehr darauf vorbereitet. Nach Experten-Meinung erwarten wir noch ein 6,0 starkes Nachbeben, aber wann das eintritt, kann keiner vorhersagen. Experten sagen auch, dass die Anzahl und Stärke  der Nachbeben normal ist. Die Leute in der Region sind da anderer Meinung und ich auch. Es ist immer wieder unheimlich, wenn es grollt und dann plötzlich unter einem wackelt und man weiss nicht, ob man nun unter einen Tisch krabbeln soll oder ob es gleich wieder vorbei ist. Ich habe vorher auch noch nie was von dem Vorkommen dieser Nachbeben gehört, ich dachte irgendwie immer  - einmal bebt das so richtig und dann war’s das -  mmmmh. Knapp daneben!

Ein Student der Canterbury Universität hat eine ziemlich clevere Erdbeben-Karte entwickelt. Dort kann man die verschiedenen Epicenter und Stärken im Zeitraffer sehen. Wer Lust hat kann ja mal reinzuschauen, hier ist der Weblink:

 http://www.christchurchquakemap.co.nz/

Die Erdbeben Kommission (EQC), die hier für die Bearbeitung der Versicherungsfälle zuständig ist, musste ihr Pforten für neue Ansprüche nun wieder öffnen. Mittlerweile hat das EQC fast 180.000 Versicherungsfällen zu bearbeiten, und das umfasst nur die der privaten Leute. Die gewerblichen Ansprüche werden von weiteren Versicherungensanstalten bearbeitet. Die Versicherungsfälle werden auch teilweise in Brisbane / Australien bearbeitet, aber die haben mit den heftigen Überflutungen  ja selbst ihre eigenen Probleme.

Kosten und Schäden des Erdbebens und der unzähligen Nachbeben sind nun schon etwas genauer berechnet worden und belaufen sich auf umgerechnet 3 Milliarden Euro, und es sieht auch nicht so schlimm aus wie anfangs befürchtet und berechnet. Ich war persönlich auch an einem Projekt beteiligt, dass die Auswirkungen  des Erdbebens auf die  Unternehmen und die verschiedenen Wirtschaftsbereiche in Christchurch und Canterbury untersucht und berechnet hat. Viele Läden hatten gleich nach dem Hauptbeben wieder geöffnet und einige Sektoren haben sogar profitiert, wie z.B. die Baumärkte und die Apotheken (wegen der Schlaf – und Beruhigungstabeletten). Langfristig leiden die Geschäfte allerdings darunter, dass die Kunden wegbleiben; die kaufen nun lieber außerhalb der Stadt ein als in die historische Innenstadt mit den viele Ziegelbauten zu gehen.

Nun noch eine kleine Info für Christchurch -und Canterbury -Besucher: Es lohnt sich auf jedenfall noch nach Christchurch zu kommen. Es sind zwar einige Gebäude in der Innenstadt beschädigt, aber dies auch nur vereinzelt. Bei viele Kirchen haben sie die Kuppeln und Türme abgenommen und neben das Gebäude gestellt – einfache Vorsichtsmassnahme. Die Hauptattraktion wie die Christchurch Cathedral, das Arts Centre, der Botanische Garten und viele andere Gärten, sind nicht betroffen. Die Innenstadt und einige Strassen in den Stadtteilen Kaiapoi, New Brighton und Bexley haben so einiges abbekommen, aber ansonsten sieht man nicht wirklich, dass hier ein Erdbeben „eingeschlagen“ hat. Bei einem Besuch  könnt ihr dann ja auch mal in den Genuss kommen, ein kleines Erdbeben zu spüren. Das kriegt man auch nicht überall und ist sogar kostenlos.

Also, immer schön auf der Hut bleiben!

Eure Meike

… und hier noch einige ‘shocking Fotos’ von Erdbebenschäden nach dem 4. September 2010

Die Memorial Hall an der Lincoln University

Schnieeeefff, mein Strandsand vom Abel Tasman National Park

 Ich musste eh mal wieder aufräumen ….

About The Author

Ich bin Meike, komme aus Deutschland und lebe nun seit mehr als 6 Jahren in Neuseeland. Ich bin als Backpackerin mit dem Work & Travel Visum im Januar 2008 eingereist und geblieben! Ihr könnt mir gerne schreiben unter meike@work-travel-nz.com

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Comments (1)

  • Regina K.

    Hallo Meike,
    es ist interessant deinen Bericht zu lesen. Wir waren über Weihnachten in Christchurch und habe das Erdbeben voll mtbekommen. Wir hatten Nachts schon eins, welches aber nicht ganz so stark war.Aber so waren wir auf ein Erdbeben wenigstens vorbereitet. Als wir bei Starbucks waren am 26.12. hatten wir kurz vorher noch mit unserer Familie in Deutschland geskypt und fanden das Erdbeben in der Nacht noch recht lustig. Als dann aber die Tassen aus den Regalen fielen und der Tisch und die Stühle heftig wackelten und dann noch die entsetzten Gesichter der Einheimischen sahen wurde uns doch etwas mulmig. Wir mussten sofort das Cafe verlassen. Es ist wieder einiges kaputt gegangen. Aber es lohnt sich auf jeden Fall Christchurch zu besuchen. Alles was für Touristen interessant ist kann auch besucht werden. Es war schon ein besonderes Erlebnis. Allerdings bin ich froh, dass wir in Deutschland sehr selten ein Erdbeben haben, denn so oft möchte ich das auch nicht Erleben. Ich habe auch nicht gewußt vorher, dass ein Erdbeben so laut ist. Es gab einen richtigen Knall.
    Schade, dass unser Urlaub schon wieder vorbei ist. Neuseeland ist echt ein Traum.
    Herzliche Grüße
    Regina

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