Reality check – Neuseeland Reviewed by Momizat on . Hallo ihr lieben Neuseeland-Backpacker und die, die es einmal werden wollen In diesem Artikel möchte ich mal mit ein paar Mythen über das Work & Travel Lebe Hallo ihr lieben Neuseeland-Backpacker und die, die es einmal werden wollen In diesem Artikel möchte ich mal mit ein paar Mythen über das Work & Travel Lebe Rating: 0
You Are Here: Home » Kosten & Lebensmittel » Reality check – Neuseeland

Reality check – Neuseeland

Reality check – Neuseeland

Hallo ihr lieben Neuseeland-Backpacker und die, die es einmal werden wollen

In diesem Artikel möchte ich mal mit ein paar Mythen über das Work & Travel Leben in Neuseeland aufräumen, denn die zwei Überraschungsaussagen, die ich immer wieder von deutschen Backpackern höre sind:

  1. “Es gibt so viele deutsche Backpacker in Neuseeland” ; und
  2.  “Wow, das Leben in Neuseeland ist so teuer.”

…. und damit wären wir gleich beim ersten Punkt:

Das Leben in Neuseeland ist sehr sehr teuer …

Neuseeland liegt weit ab vom Schuss und alles (Autos, Lebensmittel (oder einige der Inhaltsstoffe), Getränke, Benzin etc.) muss entweder per Schiff oder Flugzeug importiert werden. Vor allem neuseeländische Lebensmittel und Alkohol sind viel teuerer als in Deutschland. In Neuseeland gibt es keine Aldis oder Lidls und daher gibt es keine grossen Preisunterschiedeweder zwischen Produkten noch zwischen Supermärkten. Ausserdem gibt es auch keine Budnis und Rossmanns, wo man Kosmetikartikel günstig kaufen kann. Deo kostet zum Beispiel ca. 5 Euro, Tages-Crème ca. 6 Euro, Body Lotion ca. 8 Euro, und Sonnencreme (und davon braucht ihr viel!) ca. 15 Euro. Ausgehen und ‘Party  machen’ ist dann nochmal teurer: ein Bier oder Wein im Pub kostet ca. 5 Euro und ein Sixpack Bier kostet im Supermarkt ca. 8 – 10 Euro.

Diese Lebensmittelliste habe ich 2011 erstellt, wenn ihr ca. $1-2 auf die angegebenen Preise draufrechnet, habt ihr ungefähr die Preise von 2016; Lebensmittelkosten

 Im Work & Travel Jahr verdient ihr nicht genug Geld

….. um zu essen, zu reisen, zu schlafen, ein Auto zu kaufen und es zu halten/ aufzutanken, Party zu machen, bungee zu jumpen oder Wale zu watchen. Der Mindestlohn in Neuseeland beträgt seit dem 1 April 2016 brutto $15.25 (davon geht dann nochmal die Steuer ab!) … und das werden die meisten von euch verdienen! Eine Nacht im Hostel kostet ca $25 – 30 , ein Campervan in der Anschaffung kostet ca $3,000 und Benzin kostet $1,90 pro liter und ihr werdet ca. $100 pro Woche für Essen und Trinken ausgeben.

Also, bringt Erspartes mit – minimum 4000 Euro (zum Leben; exkl. Autokauf) …

Es gibt sehr viele Deutsche in Neuseeland

Neuseeland ist voll von deutschen Backpackern & Touristen. Die Anzahl der Work & Travel Visa für Deutsche ist nicht begrenzt, und es scheint neuerdings in Mode zu sein nach dem Abitur ein Work & Travel Jahr in Australien oder Neuseeland zu machen … und viele Leute machen Abitur. In manchen Hostels werden nur Deutsche sein und auch auf den Campingplätzen und in den Nationalpark-Hütten sind mindestens die Hälfte aller Gäste aus Deutschland. Also, richtet euch darauf ein, dass ihr in eurem Work & Travel Jahr sehr viel Deutsch sprechen werdet.

Backpacker-Jobs gibt es NICHT wie Sand am Meer

Neuseeland bietet Work & Travel Visa für viele Länder an und dadurch dass es so viele Work & Traveller gibt, ist die Konkurrenz bei der Jobsuche gross. Durch diese Konkerrenz werden die Löhne gedrückt, so dass meistens wirklich nur der Mindestlohn gezahlt wird. Ausserdem werden viele Backpacker – Jobs saisonal angeboten. In der Erntezeit ist es einfacher einen Job zu finden, als im Winter, wo es sehr schwierig ist einen Job zu finden.

Freedom Camping wird mehr und mehr verboten

Ich weiss nicht, wie die Aussage “In Neuseeland kannst du im Campervan überall anhalten und (umsonst) schlafen” in die Welt gesetzt wurde, aber es stimmt NICHT. Es gibt ein paar ausgewiesene Plätze zum freedom camping, aber die sind meist in den Nationalparks und somit weit weg von Städten, und man braucht einen Campervan mit Toilette. In den Städten selbst gibt es selten Plätze zum freedom campen und die, die es mal gab, werden nun häufig wegen Überfüllung, Missbrauch und Verdreckung geschlossen.

Und noch eine kleine Angelegenheit in eigener Sache: In Neuseeland ist das Besuchen und Wandern in den Nationalparks umsonst. Das Department of Conversation, welches diese Parks verwaltet, hat in den Nationalparks Campgrounds errichet. Diese haben eine Toilette, Kaltwasser-Dusche und manchmal eine kleine Küche. Diese Campgrounds kosten im Durchschnitt $12 pro Nacht/ pro Person (also wirklich nicht viel). Ich habe von vielen Leuten gehört, dass dieser kleine Beitrag (der dem Nationalpark zugute kommt), oft nicht bezahlt wird und zudem auch noch Müll hinterlassen wird. Bitte tut das nicht – das ist die Natur und Gutmütigkeit der Neuseeländer. Nutzt sie nicht aus und macht es nicht für die Kiwis, die euch so nett aufnehmen, kaputt!

Zeitungsartikel: Christchurch freedom camping sites close

Backpackervans sind alt und überteuert

Die meisten Backpacker, die nach Neuseeland kommen, wollen sich einen Campervan kaufen, in dem sie auch übernachten können. Diese Vans sind sehr alt – meist mehr als 15 Jahre alt – und haben mehr als 200,000km auf dem Buckel. Sie kosten aber immer noch zwischen $3000 und $4000 (1800 bis 2500 Euro). Aufgrund des Alters, der hohen Nutzung und der hohen Kilometerzahl könnt ihr davon ausgehen, dass der Van sicherlich mindestens einmal zur Repartur in eine Werkstatt muss. Ausserdem, wenn du ein Jahr hier bist, dann musst du mindestens ein mal mit dem Van zum TÜV (der steht jedes halbes Jahr an). Der TÜV selbst kostet zwar nur $30-50, aber wenn der Mechaniker etwas findet, und meistens tut er das und mit 99%iger Wahrscheinlichkeit sind es die Reifen, muss dafür auch Geld bezahlt werden.

 

Bitte versteht mich nicht falsch, ich möchte Euch euren Aufenthalt in Neuseeland nicht vermiesen. Dieses Land ist toll zum Backpacken, und mein Work & Travel Jahr war das Beste was ich je gemacht habe, aber ich habe mich vorher informiert, wie teuer das Leben hier ist und ich bin mit 5.000 Euro auf dem Sparbuch angereist … und am Ende des Jahres hatte ich davon vielleicht noch 200 Euro übrig.

Wenn ihr hier vor Ort seid, kann ich euch nur bitten, euch genauso zu verhalten, wie ihr es in Deutschland auch tut. Die Kiwis sind ein so gutmütiges Volk. Sie laden euch ein, sie lassen euch in ihren Häusern schlafen, leihen euch ihre Autos ohne eine Gegenleistung zu verlangen – nutzt das nicht aus! Ihr reist alle wieder ab, aber die Kiwis leben hier und sie wollen auch freedom campen und in sauberen Flüssen und Seen schwimmen. Bitte habt einfach Respekt für die Kiwis und auch für die anderen Backpacker und vor allem für die Natur (für genau diese ihr ja hier seid!). Wenn ihr euch das Work & Travel Jahr noch nicht leisten könnt, dann kommt für einen kürzeren Zeitraum oder arbeitet vorher noch ein bisschen, geht studieren oder macht eine Ausbildung (das Work & Travel Visum ist für jeden deutschen Staatsbürger bis 30 Jahre gültig) oder macht euer Work & Travel Jahr woanders, wo es etwas günstiger ist (Australien ist noch teurer!) wie zum Beispiel Asien oder Osteuropa!

Dieser Artikel und der Inhalt, den ich damit vermitteln will, liegt mir wirklich am Herzen.

Vielen Dank sagt Eure Meike

P1030267

About The Author

Ich bin Meike, komme aus Deutschland und lebe nun schon seit fast 10 Jahren in Neuseeland. Ich bin als Backpackerin mit dem Work & Travel Visum im Januar 2008 eingereist und geblieben! Ihr könnt mir gerne schreiben unter meike@work-travel-nz.com

Number of Entries : 107

Comments (9)

  • Philipp

    Hallo Meike, zum Größten Teil stimme ich Dir zu. Sind seit Oktober in NZ und nun endlich auf der Südinsel angelangt. Es ist wirklich alles teurer, ausser Autos und Benzin. Und ja, es gibt ne Menge Dt. hier, wobei auch sich viele ältere Camper auf der Insel tummeln. Wobei ich Dir nicht zustimmen kann, sind die Kiwis. Mag sein wir hatten bis auf ein paar Ausnahmen die falschen getroffen, aber das einzige was wirklich mit offenen Armen empfangen wird, ist das liebe Geld. Für irgendwelche belanglosen “Attraktionen“ ziehen die Insulaner den Touris die Hosen lang und die Councils langen mit überhöhten Gebühren in die Brieftaschen. Und wenn die Kiwis wissen, wie begehrt die Insel bei jungen Leuten ist, sollten sie sich auch um jene kümmern, zwecks Jobs, zwecks günstigen Campgrounds. Und bitte, dieses self contained, nur ein weiterer Weg Cash zu ziehen. Es stimmt, NZ hat ein paar wunderschöne Ecken, einige einzigartig, aber meine Empfehlung lautet: Verschwendet nicht ein ganzes Jahr für NZ. Es reichen locker 3-4 Monate um alles zu sehen. Grüße aus Neuseeland – Philipp

    Reply
    • Meike

      Hallo Phillip – vielen Dank fuer dein Kommentar. Es waere super, wenn ich den auf meine facebook Seite stellen darf. Ich wuerde auch nicht deinen vollen Namen nutzen, aber ich glaube, es ist wichtig zukuenftigen Backpackern diese Nachricht mitzuteilen.
      Hier aber noch ein paar Kommentare von mir zu deiner Antowrt: Du schreibst, “wenn die Kiwis wissen, wie begehrt die Insel bei jungen Leuten ist, sollten sie sich auch um jene kümmern, zwecks Jobs, … ” – Jobs koennen ja nur dort geschaffen werden, wo eben auch der Bedarf/ Arbeit ist, und durch die Masse an Backpackern sind die jobs sehr schnell vergeben … “zwecks günstigen Campgrounds” – naja, die Campgrounds muessen ja auch Kueche, Toilette, Abwassersystem etc haben und eben gepflegt werden – das hat ja seinen Preis … und wenn Du sagst, Kiwis wollen mit den Touristen Geld machen: ist das nicht in jedem Land so? Das kann man den Kiwis auch nicht entegenhalten und Let’s get real here: Backpacker sind ja Billig-Touristen mit wenig Geld und buchen daher keine teuren Hotels, Mietautos, Restaurants und Touren, daher investieren die Neuseelaender nicht in diese Art von Tourismus. Anyway, ich hoffe trotzdem, dass du eine gute Zeit hattest/ hast. Viele Gruesse, Meike

      Reply
  • Sirkman

    Ja, Meike. Ich unterstütze Deine Aussage. Lebe selbst auch, zusammen gerechtnet , schon seid gut 3.5 Jahren in New Zealand. Bin selbst ein Camper. Und viele Wochenenden mit dem 4WD-Truck oder dem Mopped und Zelt unterwegs. Meistens natürlich weit wweg von normalen Plätzen. Wenn ich DOC-Plätze nutze, und das sind die Besten!!! Zahle ich auch mal gerne etwas mehr. Sehe ich als eine art Spende. Ich liebe New Zealand und möchte, daß es so bleibt wie es ist. Naja, und als Adventure-Guy suche ich immer die Spots wo es besonders natürlich ist. Aber im Sommer sind da immer diese vielen Wohnmobile. Die stehen immer an den besten Plätzen. Nur da will ich nicht übernachten. Zum Glück habe ich einen 4WD-Truck in dem ich auch nächtigen kann. So suche ich halt immer extreme Plätze auf wo man dann grundsätzlich Allrad braucht. Und da ist New Zealand echt! Das richtige New Zealand.

    Reply
  • Peter

    Hallo Meike,

    vielen Dank für diesen schönen Artikel! Ich muss dir nur in einer Sache widersprechen: Es ist durchaus möglich, in einem Work&Travel-Jahr in Neuseeland genug Geld zu verdienen. Ich bin z.B. mit einem gutes Plus herausgekommen und konnte mit dem Geld noch durch Südostasien reisen.
    Du hast natürlich Recht, Neuseeland ist sehr teuer und man muss auch hart arbeiten, um sich seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Aber ich kann auch sparen und muss nicht immer viel Geld ausgeben. Dann kann ich halt nicht an jedem Ort einen Fallschirmsprung machen, mit dem Jetboat fahren und die teuersten Attraktionen buchen. Oft ist vieles auch viel billiger möglich, als von den teuren und bekannten Anbietern angeboten.
    Ich denke, es ist sehr gut, darauf hinzuweisen, wie teuer Neuseeland ist. Aber wenn ich lese, dass es normal ist, mit Miese aus dem Jahr rauszugehen (lese ich auf fast allen Blogs), setzt das den falschen Anreiz. Dann ist es ja normal, dass man richtig Geld verliert … Daher hat es mich am Anfang in Neuseeland noch sehr überrascht, aber irgendwann war es normal: Meist sehr junge Work&Traveler, die freimütig erzählen, dass sie in 3 Monaten 15.000 Dollar ausgegeben haben und sich jetzt wundern, warum die Eltern nicht mehr zahlen wollen..

    Fazit meines doch sehr langen Kommentars: Man muss nicht mit Verlust aus dem Work&Travel-Jahr gehen :)

    Liebe Grüße
    Peter

    Reply
  • Philipp

    Hi, ich bin einfach nur der Meinung, das wenn der Tourismus von Campern gewünscht ist und die Leute lassen ja auch ne Menge Geld da, sollte auch für die Infrastruktur gesorgt werden. Und wenn Jobs Mangelware sind, was Du ja auch selbst schreibst, sollte es auch dann Visumsstopp geben. Und ja kannst gern meine Einträge online stellen.

    Reply
  • Philipp

    Und wenn Kiwis schon das Geld haben dahin zu investieren welche neue Flagge die haben wollen, können die Geld auch für Sanitäre Anlagen ausgeben. Bin sowieso gespannt, wie lang das Freedom Camping noch geben wird, laut Radio zieht die Regierung in Erwägung dies zu verbieten

    Reply

Leave a Comment

© 2012 Powered By Crazyweb.co.nz

Scroll to top