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Mythos Freedom Camping

Mythos Freedom Camping

Achtung Achtung, die ist ein etwas kritischer Artikel über das Freedom Camping in Neuseeland. Mit diesem Artikel möchte ich mit dem Mythos Freedom Camping mal aufräumen und Euch zeigen, was wirklich in Neuseeland erlaubt ist.

Wenn es das Wort des Jahres in Neuseeland geben würde, wäre das neuseeländische Wort des Jahres 2016 “Freedom Camping”, weil es in den letzten Jahren Überhand genommen hat und einfach aus dem Ruder gelaufen ist. Freedom Camping ist einer der Hauptgründe, warum Neuseeland bei den deutschen und anderen Backpackern so beliebt ist. In Deutschland kursiert das Gerücht, dass man in Neuseeland ÜBERALL umsonst übernachten und dann auch noch ganz alleine an dem Ort ist!

Ok, liebe Backpacker, so ist es ganz und gar nicht! Erstens, ihr seid nirgendwo alleine in Neuseeland und im Umkreis von 500 Metern (oder 5 Metern im Hostel) befinden sich ca 2 -3 andere deutsche Backpacker. Zweitens, es stimmt, dass man in Neuseeland an EINIGEN Orten umsonst übernachten darf. Diese Plätze werden allerdings immer seltener, weil durch die Massen an Freedom Campern der letzten Jahre, Plätze überfüllt und mit Müll und Fäkalien verdreckt hinterlassen wurden, daher musste die nationale und regionale Regierung eingreifen und das Freedom Camping einschränken und teilweise komplett einen Riegel vorschieben, um die Natur und die Bewohner Neuseelands zu schützen.

Aber wie gesagt, es gibt noch ein paar Orte, an denen das Freedom Campen in Neuseeland erlaubt ist. Die Plätze, wo ihr in Neuseeland noch umsonst übernachten dürft, findet ihr auf dieser Webseite: Campermate NZ

Campermate ist wohl der bekannteste aller websites und wird von den meisten Backpackern genutzt. Campermate bietet auch eine Handy Aphp an, die man sich herunterladen kann.

Freedom Camping Spots sind auch auf dieser Website zu finden: Camping NZ

In den neuseeländischen Nationalparks gibt es auch Campingplätze, wo man für eine sehr geringe Gebühr übernachten darf. Diese findet ihr hier:

Doc Campgrounds Nord – und Südinsel

Camping im Nationalpark 

Für die Campervans, die auf diesen Plätzen über Nacht stehen dürfen, gibt es allerdings strikte Bestimmungen. Man muss nachweisen, dass man self-contained ist (Backpacker Guide ‘self – contained’). Dies wird von der New Zealand Motor Caravan Association überprüft und zertifiziert. Wenn alles nach Vorschrift ist, bekommt man einen Sticker, den man an die Rückscheibe seines Campervans anbringen muss. Die Inspektion kostet $55. Die New Zealand Motor Caravan Association hat Inspektionsbüros in vielen Städten in Neuseeland. Bei der Inspektion wird folgendes überprüft:

  • Wassertank, der 4 Liter Wasser pro Person pro Tag erfassen kann.
  • Ein Waschbecken.
  • Eine Chemietoilette, die 1 Liter pro Person pro Tag aufnehmen kann.
  • Eine ‘evacuation hose’ – der Schlauch von der Chemietoilette zur Dump Stations
  • Ein Mülleimer mit verschliessbarem Deckel.

Self contained sticker

Ab September 2017 ändern sich die Bestimmungen fürs ‘self contained’ Zertifikat. Die Campingtoilette mussdann im Camper auch bei aufgebautem Bett benutzt werden können. Das bedeutet, dass die kleinen umgebauten Vans nicht mehr zertifiziert werden können, da einfach kein Platz für die Toilette ist. Bis Januar 2018 können alle vor September 2017 zertifizierten Camper es auch bleiben. Seit September 2017 wird aber kein Camper in dem die Toilette nicht trotz aufgebautem Bett benutzbar ist mehr zertifiziert. Firmen (z.B Escape), die Sleepervans noch letztes Jahr als selfcontained anbieten koennten, können es dieses Jahr nicht mehr.

 

Seit 2017, Chemietoilette – ein Muss für Freedom Campers

 

Weitere ‘Basic Rules’ für Freedom Camper  sind

  1. Camping auf Privatland und Privatgrundstücken ist strengstens verboten.
  2. Camper müssen ihre eigene Toilette und Wasserversorgung haben, ausser es ist auf dem Campingplatz vorhanden
  3. Es ist strengstens verboten Müll und Fäkalien zu hinterlassen.
  4. Chemietoilette müssen an sogenannten Dump Stations entleert werden. Diese Stations werden auch in der App Campermate angezeigt. Generell befinden sich Dump Stations auf allen Campingplätzen in Neuseeland.

Wer gegen die Auflagen verstösst, kann buchstäblich ein böses Erwachen haben. Entweder kommen in der Nacht die Ranger und nehmen euch $200 ab oder sie platzieren eine “Kralle” an den Reifen, die gegen $200 wieder abgemacht wird.

… und wer sich ganz genau informieren will, hier ist das neuseeländische Gesetz zum Freedom Camping

Freedom Camping Act, 2011

 

In Neuseeland ist das Freedom Camping Angelegenheit der regionalen Regierungen, und diese haben nun begonnen das Freedom Camping vermehrt zu untersagen.

‘Tasman District untersagt Freedom Camping’

‘Freedom Campers banned’

‘Freedom Camping out of control in Christchurch’

 

Durch das schlechte Verhalten einiger Freedom Camper hat es in den letzten Jahren vermehrt schlechte Presse zum Thema freedom camper gegeben. Sie haben mittlerweile einen schlechten Ruf in Neuseeland. Es werden nun auch vermehrt Campervans von Freedom Camper aufgebrochen oder vandalisiert.

Takaka Farmer versperrt Freedom Campern den Weg 

‘Überall Müll von Freedom Campern’ 

 

Bitte versteht mich nicht falsch. Ich habe generell nichts gegen Freedom Camper, wenn sie ‘self-contained’ sind, ihre Toilette nutzen, ihren Müll mitnehmen und vor allem die Natur Neuseelands respektieren und schützen. Und hier ein riesiges Dankeschön an die Backpacker, die es tun! Denn in den letzten Jahren ist die Nettigkeit und Offenheit der Neuseeländer ausgenutzt worden, so dass das umfangreiche Konzept des Freedom Campings nicht mehr gilt. Dies ist zum Bedauern für die Neuseeländer, die in diesem Land leben und Urlaub machen, weil alles andere so weit entfernt ist, denn für sie ist das Freedom Camping nun auch eingeschränkt/verboten – in ihrem eigenen Land! Einfach traurig!

Also, ich bitte Euch liebe Backpacker, im Namen aller Neuseeländer und der anderen Backpacker, bitte verhaltet euch so, wie ihr euch in eurem eigenen Land verhalten würdet – ihr seid hier in Neuseeland nur Gäste, bitte respektiert die Natur und die Menschen in diesem Land. Sie heissen euch herzlich willkommen und freuen sich, dass ihr ihr Land besucht, also bitte enttäuscht sie nicht und macht es nicht noch mehr für die Neuseeländer kaputt.

Eure Meike

P.S. In einem vorigen Artikel habe ich auch mit ein paar anderen Mythen über das ‘Leben und Reisen in Neuseeland’ aufgeräumt, dies könnt hier hier nachlesen: Reality Check Neuseeland 

 

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Freedom Camping Beschränkungen auf der Coromandel Peninsula

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 Das ‘menschenleere Neuseeland’ gibt es nicht mehr.

IMG_1501

Dieser Van ist nicht ‘freedom camping’ tauglich.

 

 

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Frühstücksvorbereitung im self-contained Campervan auf einem DOC Campground

About The Author

Ich bin Meike, komme aus Deutschland und lebe nun schon seit fast 10 Jahren in Neuseeland. Ich bin als Backpackerin mit dem Work & Travel Visum im Januar 2008 eingereist und geblieben! Ihr könnt mir gerne schreiben unter meike@work-travel-nz.com

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